Montag, Dezember 11, 2017
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Wahlspezial 2017: Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

 
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Welche Bedeutung messen Sie dem Handwerk in Deutschland generell zu?

Für die SPD hat das Handwerk eine große volkswirtschaftliche Bedeutung. Die Stärke unserer erfolgreichen Volkswirtschaft liegt in der vielfältigen Wirtschaftsstruktur. Das Handwerk ist ein wichtiger Teil davon und stellt viele Arbeitsplätze. Eine herausragende Rolle spielt das Handwerk auch bei der dualen Ausbildung, rund ein Viertel aller Ausbildungsplätze sind im Handwerk. Das stärkt den ausgezeichneten Ruf und die Qualität des Handwerks.

Welche konkreten Maßnahmen zum Bürokratieabbau strebt Ihre Partei an?

Das Handwerk muss weiter von unnötiger Bürokratie entlastet werden. Dass wir das ernst nehmen, zeigt die von uns in diesem Jahr durchgesetzte Erhöhung der steuerlichen Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter. Handwerksbetriebe haben keine Zeit für Bürokratie. Wir werden sie von Statistik-, Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten befreien, wo es Sinn macht. Wir setzen auf eine effiziente und moderne öffentliche Verwaltung. Wir nutzen dazu auch die Chancen zur Vereinfachung, die Digitalisierung und e-Government bieten.

Mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Bund, Ländern, Kommunen und den Sozialversicherungen werden wir dafür sorgen, dass weitestgehend alle Prozesse und Dienstleistungen in den nächsten fünf Jahren auf einem Deutschlandportal für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen verfügbar sind: von der Gewerbeanmeldung über die Baugenehmigung oder die Anmeldung von Arbeitnehmern zur Sozialversicherung.

Wir lassen die Daten laufen und nicht mehr die Bürger oder Unternehmen.

Wie steht Ihre Partei zur steuerlichen Erleichterung des Handwerks, insbesondere der Mehrwertsteuer auf handwerkliche Leistungen?

Die SPD hat sich immer für gute Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Mittelstand, insbesondere für das Handwerk in allen Politikbereichen eingesetzt. Wir werden diesen Weg auch in der nächsten Legislaturperiode fortsetzen, wobei wir bei der Steuerpolitik einen expliziten Schwerpunkt auf Erleichterungen in der Einkommensteuer legen.

Wir werden den Steuersatz iHv 42% (derzeit bei ca. 54.000 Euro zu versteuerndes Einkommen) künftig bei 60.000 Euro zu versteuerndem Einkommen ansetzen und wir werden den Solidaritätszuschlag bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 52.000 Euro (Ehepaare 104.000 Euro) abschaffen (Entlastungsvolumen: 10 Mrd. Euro). Dies entlastet nicht nur viele Arbeitnehmer*innen, sondern stärkt zudem die Investitionskraft kleiner und mittlerer Unternehmen, gerade im Handwerk.

Steuerliche Erleichterungen bei der Mehrwertsteuer sind im Rahmen einer umfassenden Reform zu gegebener Zeit zu diskutieren.

Wie positioniert sich Ihre Partei zu den Umweltzonen und den damit verbundenen Einschränkungen für viele Handwerksbetriebe mit älteren Dieselfahrzeugen?

Wenn eine Blaue Plakette eingeführt werden sollte, muss es Übergangsfristen geben. Fahrverbote für Dieselfahrzeuge müssen vermieden werden.

Wir wollen, dass sich alle zu bezahlbare Preisen mobil fortbewegen können, ohne, dass dabei die Umwelt zerstört und die Gesundheit beeinträchtigt wird.
Was wollen Sie unseren Lesern vor der Wahl sagen?

Deutschland ist ein starkes Land, aber es wird zu wenig in die Zukunft investiert. Deutschland ist ein wohlhabendes Land, aber der Wohlstand kommt nicht bei allen an. Mit einem kraftlosen „Weiter so“ lässt sich die Zukunft nicht gewinnen. Die Menschen in Deutschland haben mehr verdient: mehr Respekt vor ihrer Leistung, mehr Mut zur Gestaltung und vor allem mehr Gerechtigkeit. Deutschland kann mehr.

Quelle: SPD

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Quelle oder Autor wird am Ende des Textes angegeben. Profilbild: Retro old typewriter with paper sheet © Maksim Kostenko (Fotolia.de)

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