Samstag, November 25, 2017
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Vielleicht ist ein Sternekoch von morgen dabei

Kochen mit Flüchtlingen | Foto: Hermann Leistner (Agentur für Arbeit Leipzig)

Kochen mit Flüchtlingen – ein Projekt der DEHOGA Leipzig im Rahmen der Fachkräfteallianz Sachsen

Am Dienstag und Mittwoch wurde es ziemlich eng in der Küche des Ratskellers Leipzig als Küchenchef Mathias Rescher eine junge Frau und zehn Männer in die Kochkunst einwies.

Was sie gemeinsam kochen wollen: Ein exquisites 3-Gänge-Menü soll es werden, das sie über die nächsten zwei Tage gemeinsam zubereiten. Die Koch-Azubis in spe aus Pakistan, Syrien, Afghanistan und Libyen wirkten anfangs noch ein wenig unsicher angesichts der bevorstehenden Mammutaufgabe. Nur nichts falsch machen, nur keinen Fehler fabrizieren. Karamellisierte Kürbissuppe als Vorspeise stand auf dem Plan, gefolgt von Hirschfilet im Kartoffel-Lauchmantel an Blaubeeren, abgerundet durch ein Quitten-Birnen-Ragout. Unterstützung bekamen die Nachwuchsköche dabei von Koch-Azubis des zweiten Lehrjahres aus Leipziger Restaurants. Doch schnell wich die Aufregung einer ausgeprägten Geschäftigkeit. Alle wollten unbedingt ihre hohe Motivation unter Beweis stellen.

Entstanden war die Idee zu dieser Aktion im Sommer 2016 bei einem Treffen der VG der Arbeitsagentur Leipzig, Reinhilde Willems, mit dem Chef der Leipziger DEHOGA Holm Retsch. Beide waren sich schnell einig. „Wir wollten etwas Konkretes und für alle Seiten nachhaltig Nützliches tun“, erklärt Reinhilde Willems. Schnell waren weitere Partner wie dem Jobcenter, dem Ratskeller, dem Caterer Fairgourmet, dem Restaurant Apels Garten und dem Victors Residenz-Hotel gefunden. „Wir möchten den jungen Leuten eine Chance geben. Aber es ist auch Eigennutz dabei, denn wir suchen dringend Personal“, versichert der Chef des Ratskellers Leipzig Ingo Winkler. Köche werden dringend gesucht.

Achmed Mohammed (29) aus Syrien erzählt, dass er zu Hause schon eine zweijährige Ausbildung zum Koch absolviert hat. Die kann ihm hier helfen. Sameer Mirwais (21), aus Afghanistan würde gern eine Ausbildung zum Koch beginnen.

Pünktlich um 15 Uhr stand das dreigängige Menü dann auf dem Tisch: Kürbissuppe, Hirschfilet und Crème brûlée. Aus Rücksicht auf die Religion wurde auf Schweinefleisch verzichtet. Als Testesser fungierten unter anderem die Leipziger Bundestagsangeordnete Daniela Kolbe und der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Leipzig Dr. Thomas Hofmann neben Nadia Arndt, Geschäftsführerin operativ der Arbeitsagentur und Dr. Simone Simon, Geschäftsführerin des Leipziger Jobcenters.

„Die jungen Leute waren an den beiden Tagen sehr engagiert und wissbegierig. Wir hoffen, dass es bei möglichst vielen hinterher weitergeht“, resümiert Holm Retsch. Ein längeres Praktikum kommt in Frage und danach eine Ausbildung.

Autor: Hermann Leistner

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Quelle oder Autor wird am Ende des Textes angegeben. Profilbild: Retro old typewriter with paper sheet © Maksim Kostenko (Fotolia.de)

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