Donnerstag, Juni 21, 2018
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Steuerliche Hinweise zum Jahreswechsel

Braune & Tauche Steuerberater Partnerschaft

Braune & Tauche Steuerberater Partnerschaft

Auch mit dem kommenden Jahreswechsel sind, wie fast jedes Jahr, neben vielerlei gesetzlicher Veränderungen auch wieder einige Änderungen im Steuerrecht verbunden. Wir wollen Ihnen an dieser Stelle die wichtigsten steuerlichen Neuerungen nennen, jedoch bildet dies nur einen Auszug aller Änderungen.

 

Rechnungslegungsvorschriften

Für das Wirtschaftsjahr 2013 (bzw. ein abweichendes Wirtschaftsjahr 2013/2014) ist der Inhalt der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung auf elektronischem Weg an die Finanzverwaltung zu übermitteln (E-Bilanz). Betroffen sind alle bilanzierenden Unternehmen, egal ob freiwillig oder aufgrund rechtlicher Verpflichtung. Wegen der von der Finanzverwaltung vorgegebenen Struktur der zu übermittelnden Daten (sog. Taxonomie) kann sich die Notwendigkeit einer Umstellung der Buchführung bereits zu Beginn des Jahres 2013 ergeben!! Sofern Sie die Bücher selbst führen, sollte sichergestellt werden, dass die von Ihnen genutzte Software die Schnittstelle der Finanzverwaltung EriC („ElsterRich Client“) aufweist, die die einzige Übertragungsmöglichkeit für die E-Bilanz darstellt.

Inventuraufnahme zum 31.12.2012

Alle Kaufleute, die nach den handelsrechtlichen oder steuerlichen Vorschriften Bücher führen und im Laufe des Wirtschaftsjahres keine permanente Inventur vornehmen, müssen zum Ende des Wirtschaftsjahres Bestandsaufnahmen vornehmen. Diese sind eine Voraussetzung für die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung des Unternehmens und müssen am Bilanzstichtag erfolgen.
Aufgrund der oft sehr zeitaufwendigen Inventurarbeiten, insbesondere bei den Roh-, Hilfs-, und Betriebsstoffen, den Fabrikaten und Handelswaren, gibt es aber zeitliche Erleichterungen für die Inventurarbeiten, so z.B. bei der zeitnahen Inventur. Hier können die Bestandsaufnahmen innerhalb von 10 Tagen vor oder nach dem Bilanzstichtag stattfinden. Zwischenzeitliche Bestandsveränderungen durch Einkäufe oder Verkäufe sind zuverlässig festzuhalten.
Bei der Bestandsaufnahme sind alle Wirtschaftsgüter lückenlos und vollständig zu erfassen. Die Aufzeichnungen sind so zu führen, dass eine spätere Nachprüfung möglich ist. Es ist zweckmäßig, die Bestandsaufnahmelisten so zu gliedern, dass sie den räumlich getrennt gelagerten Vorräten entsprechen. Der Lagerort der aufgenommenen Wirtschaftsgüter ist zu vermerken. Die Bestandsaufnahmelisten sind von den aufnehmenden Personen abzuzeichnen. Es kann organisatorisch notwendig sein, die Bestandsaufnahmen durch ansagende Personen und aufschreibende Mitarbeiter vorzunehmen. Inventuranweisungen, Aufnahmepläne, Originalaufzeichnungen und die spätere Reinschrift der Bestandsaufnahmelisten sind aufzubewahren.
Fremde Vorräte, z. B. Kommissionswaren oder berechnete, vom Kunden noch nicht abgeholte Waren oder Fabrikate sind getrennt zu lagern, um Inventurfehler zu vermeiden. Fremdvorräte müssen nur erfasst werden, wenn der Eigentümer einen Nachweis verlangt.
Eigene Vorräte sind immer zu erfassen. Das schließt minderwertige und mit Mängeln behaftete Vorräte ebenso ein wie rollende oder schwimmende Waren. Bei unfertigen Erzeugnissen muss zur späteren Ermittlung der Herstellungskosten der Fertigungsgrad angegeben werden. Dabei ist an verlängerte Werkbänke (Fremdbearbeiter) und die Werkstattinventur zu denken.

Behandlung von Aufwendungen für Betriebsveranstaltungen

Aufwendungen für im überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers durchgeführte Betriebsveranstaltungen dürfen pro Arbeitnehmer nicht mehr als 110 € inklusive Umsatzsteuer betragen. Kosten für Aufwendungen teilnehmender Angehöriger der Arbeitnehmer sind diesen zuzurechnen. Außerdem dürfen maximal zwei Betriebsveranstaltungen pro Jahr durchgeführt werden. Wird die Freigrenze von 110 € überschritten, ist der Gesamtbetrag als Arbeitslohn zu versteuern.
Der Arbeitgeber kann diesen Arbeitslohn pauschal versteuern. Dies gilt allerdings nur dann, wenn die Teilnahme an der Veranstaltung allen Arbeitnehmern offen stand.
Der Bundesfinanzhof hat die Auffassung der Finanzverwaltung bestätigt, dass es nicht auf die Dauer der Veranstaltung ankommt. Die Veranstaltung kann sich also auch über zwei Tage (mit Übernachtung) hinziehen.
Bei den am Ende eines Jahres üblichen Weihnachtsfeiern sollte noch Folgendes beachtet werden:

  • Geschenkpäckchen bis zu einem Wert von 40 € inklusive Umsatzsteuer, die anlässlich solcher Feiern übergeben werden, sind in die Berechnung der Freigrenze einzubeziehen.
  • Geschenke von mehr als 40 € inklusive Umsatzsteuer sind grundsätzlich steuerpflichtiger Arbeitslohn und deshalb nicht bei der Prüfung der Freigrenze zu berücksichtigen. Die gezahlten Beträge können dann aber vom Arbeitgeber mit 25 % pauschal versteuert werden.
  • Geldgeschenke, die kein zweckgebundenes Zehrgeld sind, unterliegen nicht der Pauschalierungsmöglichkeit und müssen voll versteuert werden.

Geschenke an Geschäftspartner

Zum Jahresende ist es üblich, Geschenke an Geschäftspartner zu verteilen. Deshalb sind für den Abzug dieser Aufwendungen als Betriebsausgaben die nachfolgenden Punkte von großer Bedeutung:

  • Geschenke an Geschäftspartner sind nur bis zu einem Wert von 35 € netto ohne Umsatzsteuer pro Jahr und pro Empfänger abzugsfähig.
  • Es muss eine ordnungsgemäße Rechnung vorhanden sein, auf der der Name des Empfängers vermerkt ist. Bei Rechnungen mit vielen Positionen sollte eine gesonderte Geschenkeliste mit den Namen der Empfänger sowie der Art und der Betragshöhe des Geschenks gefertigt werden.
  • Schließlich müssen diese Aufwendungen auf ein besonderes Konto der Buchführung „Geschenke an Geschäftspartner“, getrennt von allen anderen Kosten, gebucht werden.

Überschreitet die Wertgrenze sämtlicher Geschenke pro Person und pro Wirtschaftsjahr den Betrag von 35 € oder werden die formellen Voraussetzungen nicht beachtet, sind die Geschenke an diese Personen insgesamt nicht abzugsfähig. Außerdem unterliegt der nichtabzugsfähige Nettobetrag dann noch der Umsatzsteuer.
Unternehmer haben bei betrieblich veranlassten Sachzuwendungen und Geschenken die Möglichkeit, eine Pauschalsteuer von 30 % zu leisten. Um bei hohen Sachzuwendungen eine Besteuerung mit dem individuellen Steuersatz des Empfängers zu gewährleisten, ist die Pauschalierung ausgeschlossen, soweit die Aufwendungen je Empfänger und Wirtschaftsjahr oder je Einzelzuwendung 10.000 € übersteigen. Die Zuwendungen sind weiterhin aufzuzeichnen, auch um diese Grenze prüfen zu können.
Als Folge der Pauschalversteuerung durch den Zuwendenden muss der Empfänger die Zuwendung nicht versteuern. In einem koordinierten Ländererlass hat die Finanzverwaltung zur Anwendung dieser Regelung Stellung genommen. Danach ist u. a. Folgendes zu beachten.

  • Grundsätzlich ist das Wahlrecht zur Anwendung der Pauschalierung der Einkommensteuer für alle innerhalb eines Wirtschaftsjahres gewährten Zuwendungen einheitlich auszuüben. Es ist jedoch zulässig, die Pauschalierung jeweils gesondert für Zuwendungen an Dritte (z. B. Geschäftsfreunde und deren Arbeitnehmer) und an eigene Arbeitnehmer anzuwenden.
  • Streuwerbeartikel (Sachzuwendungen bis 10 €) müssen nicht in die Bemessungsgrundlage der Pauschalierung einbezogen werden, werden also nicht besteuert.
  • Bei der Prüfung, ob Aufwendungen für Geschenke an einen Nichtarbeitnehmer die Freigrenze von 35 € pro Wirtschaftsjahr übersteigen, ist die übernommene Steuer nicht mit einzubeziehen. Die Abziehbarkeit der Pauschalsteuer als Betriebsausgabe richtet sich danach, ob die Aufwendungen für die Zuwendung als Betriebsausgabe abziehbar sind.
  • Der Unternehmer muss den Zuwendungsempfänger darüber informieren, dass er die Pauschalierung anwendet. Eine besondere Form ist dafür nicht vorgeschrieben.

Wegen der Kompliziertheit der Vorschrift sollte in Einzelfällen der Steuerberater gefragt werden.

Höhere Verdienstgrenzen für Minijobber

Die Verdienstgrenzen für geringfügig Beschäftigte werden zum 1. Januar 2013 erhöht. Das bedeutet: sowohl Minijobber als auch Midijobber können mehr hinzu verdienen. Der Bundestag beschloss das Gesetz mit Mehrheit der Koalitionsfraktionen.
Die Entgeltgrenze für Minijobber steigt von 400 Euro auf 450 Euro. Für Midijobber, also die Beschäftigten in der so genannten Gleitzone, wird sie von 800 auf 850 Euro erhöht. Gleitzone bedeutet, dass die Arbeitnehmer-Beiträge zur Sozialversicherung gleitend von einem ermäßigten auf das reguläre Niveau ansteigen. Zudem müssen die Beschäftigten verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Elektronischer Lohnsteuerabzug ab 2013

Nachdem die Umstellung auf die sog. elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) dreimal verschoben worden ist, findet das Verfahren nunmehr ab 2013 Anwendung. Danach hat der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber bei Aufnahme einer neuen Beschäftigung nur noch sein Geburtsdatum und seine steuerliche Identifikationsnummer anzugeben sowie mitzuteilen, ob es sich um ein Haupt- oder ein Nebenarbeitsverhältnis handelt. Die übrigen für den Lohnsteuerabzug erforderlichen Merkmale erhält der Arbeitgeber auf elektronischem Wege durch Abfrage beim Bundeszentralamt für Steuern.
Der Arbeitgeber ist allerdings nicht verpflichtet, sofort ab dem 01.01.2013 am ELStAM-Verfahren teilzunehmen. Im Rahmen einer sog. „gestreckten Einführung“ wird den Arbeitgebern ermöglicht, den Einstiegszeitpunkt in das ELStAM-Verfahren im Laufe des Jahres 2013 selbst zu bestimmen. Der Übergang zum elektronischen Verfahren hat aber spätestens im Dezember 2013 zu erfolgen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass eventuelle Freibeträge, die sich der Arbeitnehmer eintragen lassen hat, neu beantragt werden müssen. Dies hat auf amtlichen Vordruck beim Wohnsitz-Finanzamt zu geschehen.
Die Übermittlung der Lohnsteueranmeldungen hat bereits seit dem Jahr 2005 auf elektronischem Weg zu erfolgen. Ab dem 01.01.2013 ist dies mit der zusätzlichen Verpflichtung der Authentifizierung des Datenübermittlers verbunden. Das dafür erforderliche elektronische Zertifikat wird auf dem ElsterOnline-Portal zur Verfügung gestellt.

 

Bei Fragen (auch über die genannten Themen hinaus) steht Ihnen Ihr Steuerberater gern zur Verfügung. Lassen Sie sich im Zweifelsfall immer beraten.

Doch das Leben ist nicht nur Arbeit und Geld, womit wir Ihnen an dieser Stelle ein frohes Weihnachtsfest, im Kreise Ihrer Lieben, sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen.
Herzlichst, Ihre Kathleen Tauche und Ihr Michael Braune.

 

BRAUNE & TAUCHE Steuerberater Partnerschaft versteht sich als ein Beratungsunternehmen für den Mittelstand in Leipzig. Wir betreuen Mandanten aus dem produzierenden und verarbeitenden Gewerbe, darunter viele Handwerksbetriebe, aber auch Freiberufler und Privatpersonen.

Neben den klassischen Tätigkeitsbereichen(Finanzbuchführung, Personalabrechnung, Jahresabschlusserstellung, Steuerdeklaration) sehen wir unseren Schwerpunkt in der betriebswirtschaftlichen Beratung, in der Steuergestaltungsberatung sowie in der Durchsetzungsberatung (außergerichtlich und gerichtlich).

Besondere Erfahrungen und Kenntnisse haben wir bei der Rechtsformberatung und Unternehmensnachfolgeberatung gesammelt. Wir erstellen auch Gutachten zu verschiedenen Fragestellungen tätig, z.B. bei Unternehmensbewertungen und speziellen steuerlichen Themen.

Herr Dr. Michael Braune wurde zudem im Jahr 2005 als Handelsrichter am Landgericht Leipzig berufen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.braunetauche.de.

Quelle: Braune & Tauche Steuerberater Partnerschaft

Über den Autor

Quelle oder Autor wird am Ende des Textes angegeben. Profilbild: Retro old typewriter with paper sheet © Maksim Kostenko (Fotolia.de)

2 Kommentare

  1. Stefan 12. Dezember 2012 at 19:47

    Danke!!! Gute Informationen
    Viele Grüße, Stefan

  2. Manfred G. 28. Dezember 2012 at 03:56

    Das mit den Geschenken für Geschäftspartner war sehr aufschlussreich.