Freitag, September 22, 2017
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Je lauter, umso besser?

Externe(r) Quelle / Autor 26. Juni 2016 Aus den Innungen Keine Kommentare zu Je lauter, umso besser?

Bei Lärm im Stadion gibt’s was auf die Ohren

Stadion - KBL (Fotolia.de)

Stadion – KBL (Fotolia.de)

Am 10. Juni 2016 startete die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich: Vier Wochen lang spielen 24 europäische Mannschaften um den Pokal. Heiß wird es hergehen – und laut. Denn Fußball und Lärm gehören im Stadion einfach zusammen.

Dabei sind die Fan-Gesänge und Begeisterungs- oder Buh-Pfiffe nicht harmlos: Galatasaray Istanbul hat es mit gemessenen 131 Dezibel als lauteste Fußball-Fans der Welt in das Guinness Buch der Rekorde geschafft (2013). Die lauteste Mannschaft Deutschlands 2015 waren – nach Meinung der Fans – mit gemessenen 129 Dezibel der HSV und Schalke. Zum Vergleich: Ein Düsenjet bringt es auf 130 Dezibel.

Grundsätzlich liegt die Lärm-Belastung für den Zuschauer im Stadion im Schnitt bei 105 Dezibel. Im Arbeitsleben ist ab einer (Dauer-) Lärmbelastung von mehr als 85 Dezibel das Tragen eines geeigneten Hörschutzes Pflicht.

Gefährlich laut wird es auch beim Einsatz von Fan-Utensilien: Tröten, Fanfaren und Vuvuzelas. Gerade letztere stellen eine gesundheitliche Gefahr dar, auch wenn so mancher Fußballfan das anders sieht. Mit einem Schalldruckpegel von mehr als 130 Dezibel kann sich der Vuvuzela- Lärm der Schmerzschwelle nähern und sogar überschreiten. Beim Einsatz von aufblasbaren Klatschhilfen wird ein Schallpegel von 120 Dezibel im näheren Umfeld erreicht. Gemessen wur- de das von der Akademie für Hörgeräte-Akustik in Lübeck.

Gönnen die Fans ihren Ohren keine ausreichende Ruhephase, kann es unmittelbar zu Beein- trächtigungen des Hörvermögens bis hin zur kurzfristigen Schwerhörigkeit kommen sowie zu Geräuschen im Ohr, allgemein bekannt als Tinnitus. So kann sich ein Besuch im Stadion auf die Gesundheit auswirken, nicht nur weil das Mitfiebern den Blutdruck zeitweise in schwindelerregende Höhen schickt, sondern weil der Dauerlärm die Gesundheit schädigen kann.

Auch wenn wir es nicht merken: Grundsätzlich wirkt Lärm sich auf den gesamten Organismus aus, er stresst uns“, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung für Hörgeräteakusti- ker (biha). „Daraus resultieren Veränderungen bei Blutdruck, Herzfrequenz und anderen Kreis- lauffaktoren. Bei zu großem, dauerhaftem Lärm wird außerdem das Innenohr unwiderruflich ge- schädigt.“

Fußballbegeisterte, die dem Stadionlärm standhalten möchten, sollten sich mit einem professio- nellen Gehörschutz ausstatten. Der Standard-Gehörschutz ist aus weichem Kunststoff in ver- schiedenen Größen und Farben erhältlich. Sein Dämmwert – der Wert um den der Lärm gesenkt wird – liegt bei etwa 35 Dezibel.

Ein individuell angefertigter Gehörschutz passt dagegen nicht nur anatomisch perfekt, sondern kann durch spezielle Filter erwünschte Töne durchlassen, den Lärm aber professionell dämmen. Er ist also der ideale Begleiter, um im Stadion mit zu diskutieren und dennoch seine Ohren zu schützen. Hörakustiker nehmen dafür eine Abformung vom Ohr, nach deren Vorbild sie dann den Gehörschutz herstellen. Erhältlich ist er bei allen Hörakustikern – der ideale Begleiter nicht nur für die lautesten Stadien der Welt.

Quelle: Bundesinnung der Hörgeräteakustiker

 

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk | Mit circa 6.000 Hörakustiker-Betrieben und rund 14.500 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits etwa 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker KdöR (biha) vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Hörakustiker-Suche jetzt online:

biha startet erste werbefreie Hörakustiker-Suche im Netz

Am 12. Mai 2016 startete ein neuer, kostenloser Online-Service für alle Interessenten und Hilfe-Suchenden: die erste neutrale, werbefreie Hörakustiker-Suche auf www.hoerakustiker-suche.de.

Die Bundesinnung der Hörgeräteakustiker KdöR (biha) bietet diesen kostenlosen Service neutral und frei von Werbung an. Mittels Eingabe der Stadt oder der Postleitzahl kann der Nutzer auf www.hoerakustiker-suche.de die wohnortnahen Hörakustiker-Fachbetriebe in seiner Nähe finden. Alle teilnehmenden Hörakustik-Fachbetriebe sind Mitglieder der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker. Adresse, eine Standortkarte und die Angabe des Leistungsangebots des Hörakustikers vereinfachen jedem Patienten seine ganz individuelle Suche, sei es beispielsweise nach einem Pädakustiker, einem Hörakustiker, der spezialisiert ist auf die Versorgung von Kindern, oder nach einer Tinnitus-Behandlung.

 

Studie zeigt: Hörsysteme können Demenz im Alter verhindern

Wer im Alter gut hört, bleibt geistig länger auf der Höhe. Das gilt auch und sogar besonders für Hörsystemträger, so das Ergebnis einer jetzt veröffentlichten Studie. 

Ein Forscherteam der US-amerikanischen Columbia Universität hat 100 schwerhörigen Probanden zwischen 80 und 99 Jahren Tests unterzogen, bei denen sie ihre kognitiven Fähigkeiten bewei- sen sollten. Diejenigen Studienteilnehmer mit Hörverlust, die ein Hörsystem trugen, schnitten in den Tests deutlich besser ab als Teilnehmer ohne Hörsystem. Und das, obwohl sie selbst mit Hörsystem schlechter hörten.

Das Ergebnis der Studie legt nahe, dass gutes Hören, vor allem gutes Sprachverstehen, den Abbau geistiger Fähigkeiten – und damit die Entwicklung von Demenz – im Alter verhindern oder zumindest verlangsamen kann. Hörsysteme fördern exakt dieses Sprachverstehen.

Grundsätzlich gilt: ohne Hören keine Kommunikation. Es ist bekannt, dass Hörsysteme älteren Menschen helfen, weiter am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Umgekehrt ziehen sich ältere Menschen, die schlecht hören, oft zurück. Die Folge ist soziale Isolation – ein bekannter Risikofaktor für Demenz. Hinzu kommt, dass viele Menschen anfangs gar nicht bemerken, dass sie schlechter hören. Erste Anzeichen von beginnendem Hörverlust werden ignoriert, oft auch vom sozialen Umfeld.

Unbehandelte und unversorgte Schwerhörigkeit kann in eine mentale Abwärtsspirale führen“, erklärt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker (biha). „Ein Hörverlust ist irreparabel. Wer auf Dauer weniger hört, verlernt das Verstehen. Deshalb ist es so wichtig, möglichst frühzeitig mit der Hörsystemversorgung zu beginnen.

Frickel, selbst Meisterin vom Fach, empfiehlt daher, regelmäßig beim Hörakustiker vor Ort einen Hörtest zu machen um sicher zu gehen, dass das Gehör gut funktioniert. Hörakustiker passen Hörsysteme individuell an den Hörverlust und die Bedürfnisse des Einzelnen an.

Bundesinnung der Hörgeräteakustiker

 

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Quelle oder Autor wird am Ende des Textes angegeben. Profilbild: Retro old typewriter with paper sheet © Maksim Kostenko (Fotolia.de)

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