Donnerstag, September 20, 2018
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Jahresrückblick 2017

Marc Opre 30. Dezember 2017 Aus der Politik Kommentare deaktiviert für Jahresrückblick 2017
Jahresrückblick | Foto:sir_oliver (Fotolia.de)

VERWÄHLT? – VON WAHLEN, QUALEN UND ANDEREN KURIOSITÄTEN

Liebe Leser, kommt es Ihnen auch so vor, als renne die Zeit vor einem davon und man kommt nicht mehr hinterher? Gerade denke ich, es gab doch gerade einen Jahresrückblick und schon ist es wieder soweit…

Also wagen wir einen, nicht vollständigen, Blick zurück – auf unser 2017.

Das Handwerk im Allgemeinen startet, wie schon 2016, gut ins Jahr. Getrübt wird das überwiegend positive Bild, wie auch in den vergangenen Jahren, beim Thema Nachwuchs. Ein Thema welches uns auch in den kommenden Jahren begleiten wird. Hier bedarf es auf allen Seiten einer Bewegung, um langfristig Nachwuchs zu generieren, welcher aber auch mit eigener Motivation und guter Bildung ins Handwerk eintritt. Daneben ist, insbesondere hier in Sachsen, laut dem sächs. Handwerkskammertag, die Zahl der Unternehmen rückläufig, was u.a. auf die fehlende „Gründungsdynamik“ zurück zu führen ist.

Zwang statt Leistung | Im Juli wird den Nutzniesern des Kammerzwangs mit dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes – Pflichtbeiträge seien mit dem Grundgesetz vereinbar – ein Stein vom Herzen gefallen sein. Sind doch damit die Pfründe vorerst gerettet.

Gesetzgeberisch Amok lief in diesem Jahr, mit deutlichem Abstand, (Noch-Justizminister) Herr Maas (SPD) mit seinem „Fahrverbot als mögliche strafrechtliche Sanktion bei allen Straftaten“ und dem Netzwerkdurchdringungsgesetz, welches nicht zu Unrecht auch als Meinungsfreiheitsbekämpfungsgesetz bezeichnet wird.

Medialen Tiefflug gab es bei der wohl geistig umnachtetsten Dikussion des Jahres: Der Auseinandersetzung darüber, ob bei der Amtseinführung von Obama oder der von Trump mehr Leute da waren. Und das neben den ohnehin schon an ernste Hirnschäden erinnernden Berichten über Trump, dem neuen Todfeind des Medienestablishments.

Den gewaltsamen Höhepunkt des Jahres fand Deutschland im Juli beim G20 Gipfel. Ein militärisch organisierter, brandschatzender Mob öffnete ein neues Kapitel in Sachen Gewalt gegen Polizei, Bürger und Staat. Selbst das mittlerweile arg links liegende Establishment erschrak vor der Fratze der unbändigen Gewalt.

Gewählt oder verwählt? Kein Anschluss unter dieser Nummer. Oder besser gesagt: Keine Regierung unter diesem Wahlergebnis.

So ist zwar die Wahl zum Bundestag wohl als der politische Höhepunkt des Jahres zu sehen, jedoch für einige Parteien aber eher ein Tiefpunkt. So endet die Wahl dann auch, wie es der Wahlk(r)ampf schon versprach. Chaotisch. Ideologisiert. Bürgerfern. Demokratiefern.

Und während der Lindner‘sche Abbruch, des von vorn herein zum Scheiteren verurteilten Jamaika-Abenteuers, eher ein Schrecken mit Ende, statt ein Schrecken ohne Ende war, prophezeien die, überwiegend bestimmten Parteien nahestehenden Massenmedien, den Weltuntergang. Schlimmer noch: Sie apellieren an die „Verantwortung“ der SPD, nun einer großen Koalition zuzustimmen*, Und das obwohl doch, unabhängig vom klaren NEIN nach der Wahl, die Wähler die große Koalition mehr als deutlich abgewählt haben. Gibt die SPD nach, führen die beiden größten Wahlverlierer nun wahrscheinlich bald Koalitionsverhandlungen. Ein Kabarettist müsste auf sowas erstmal kommen.

Ob wir nun dieses Jahr eine(n) neue(n) / alte Kanzler(in) bekommen ist zweifelhaft. Aber dafür bekam die Welt u.a. zwei neue Präsidenten. In den USA trat Donald Trump sein Amt an und in Deutschland löste Frank-Walter Steinmeier Herrn Joachim Gauck (Zitat: „Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem.“) als Bundespräsidenten ab.

Und was war noch so los? Am 31. Oktober feierte man den 500. Jahrestag des Beginns der Reformation. Seit August ist Opel nun französisch. Der PSA Konzern (Peugeot/Citroën/DS) übernahm den 1862 gegründeten deutschen Automobilhersteller. Air Berlin dagegen fand keinen der die Fluglinie übernimmt und so stellte die beliebte Urlaubsbomberflotte am 27. Oktober, mit ihrem letzten Flug „AB6210“ von München nach Berlin Tegel, ihren Flugbetrieb ein.

Sportlich gab es 2017 auch die ein oder andere interessante Meldung. So gewann Deutschland erstmalig den FIFA Confederations Cup in Russland, welcher immer ein Jahr vor der WM stattfindet. Ebenfalls das erste Mal spielt Leipzig in der UEFA Champions League*.

Abschied nehmen hieß es in diesem Jahr unter Anderen von Enthüllungsjournalist Udo Ulfkotte, der Schauspielerin Christine Kaufmann, Mr. James Bond – Roger Moore, dem Geostrategen und Präsidentenberater Zbigniew Brzezinski, dem Kanzler der Einheit Helmut Kohl, dem Musiker Gunter Gabriel, dem CDU-Politiker Heiner Geißler, der Musikerin Joy Fleming, der Schauspielierin Karin Dor und dem Leipziger Schauspieler Dieter Bellmann.

Und so bleibt uns nur mehr der Blick in das neue Jahr 2018. Was wird uns da erwarten? Eine neue / alte Regierung? Eine neue Liebe? Eine erfolgreiche Fußball-WM in Russland? Die Lösung dringender Fragen? Treten neue Freunde in unser Leben?

Ich weiß es nicht. Aber wir werden es sehen. So wünsche ich allen, egal wer und wo sie sind, ein friedliches Fest und ein von Glück, Gesundheit und klugem Handeln geprägtes Jahr 2018.

Über den Autor

Jahrgang 1973 - gebürtiger Leipziger - Chefredakteur des Handwerkskurier

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