Samstag, November 25, 2017
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Erdrutschsieg für Kammerreformer in Hamburg

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Kritiker gewinnen 55 von 58 Mandaten in der Handelskammer +++ Hamburger Wirtschaft wählt Kammerzwang und Zwangsbeiträge ab +++ Reformen bundesweit überfällig

Der Bundesverband für freie Kammern e.V. (bffK) gratuliert dem Hamburger Wahlbündnis „Zwangsbeiträge abschaffen – die Kammer sind Wir“ zu dem herausragenden Wahlergebnis bei der eben abgeschlossenen Wahl zum Plenum der Handelskammer (IHK) Hamburg. Das Hamburger Wahlbündnis – in der letzten Wahlperiode mit nur 16 Mandaten im Plenum der Handelskammer – hat jetzt 55 der 58 Mandate gewonnen.

„Mit einem großen Erfolg habe ich gerechnet“, so bffk- Geschäftsführer Kai Boeddinghaus, „die Deutlichkeit bei der Zahl der Mandate und oftmals auch beim Stimmenabstand überrascht dann aber doch und freut mich umso mehr“. Nach Ansicht von Boeddinghaus zeigt das Ergebnis der Hamburger Wahl zwei Dinge überdeutlich. Wenn die Wirtschaft wirklich eine Wahl hat, dann wählt sie auch. Die Verdoppelung der Wahlbeteiligung spricht nach Ansicht des bffk dort eine klare Sprache. Und – die Wirtschaft hält nichts vom Kammer- und Beitragszwang. An dieser Erkenntnis kommt nach dem gestrigen Ergebnis niemand mehr vorbei.

Zunächst freut sich der bffk mit der Hamburger Wahlintiative und gratuliert von Herzen. bffk-Vorsitzender, Dipl. Ing. (FH) Frank Lasinski meint: „Ich bin überwältigt von diesem Erfolg, der u.a. zeigt, dass beharrliches, glaubwürdiges und konstruktives Engagement beim Eintreten für die eigenen Überzeugungen belohnt wird und Demokratie (nur) funktioniert, wenn man sich engagiert. Viel Kraft, Duchaltevermögen und Erfolg bei der Umsetzung dessen, was man sich dort vorgenommen hat. Und ein hoffnungsfrohes Signal für alle die für vom Zwang freie und reformierte Kammern kämpfen.“ Und bffk- Geschäftsführer Boeddinghaus ergänzt: „Dieses Ergebnis haben sich die Hamburger Kolleginnen und Kollegen durch einen hervorragenden Wahlkampf mehr als verdient.“

Bundesweit ist das Hamburger Wahlergebnis aus Sicht des bffk ein deutlicher Weckruf | „Wer jetzt meint, das bisherige „Weiter-So“ praktizieren zu können, der verabschiedet sich selbst aus dem Gestaltungsprozess der notwendigen Veränderungen“, unterstreicht der bffk-Gerschäftsführer insbesondere mit Blick auf die IHKn in Stuttgart und Kassel, wo die dort in den Kammerversammlungen vertretenen Reformer bis heute noch völlig ausgegrenzt werden. Das überdeutliche Hamburger Wahlergebnis ist aus Sicht des bffk nichts anderes als die deutliche Quittung der Wirtschaft für die vollständige Reformverweigerung des Kammer-Establishments.

„Die deutschen Industrie- und Handelskammer täten gut daran, sich ein Beispiel an der Schweizer Handelskammer zu nehmen, deren Präsident in der dortigen freiwilligen Mitgliedschaft das Fundament der Glaubwürdigkeit sieht“, so Boeddinghaus.

Der bffk fordert die Kammern einmal mehr auf, auf ihre Kritiker zuzugehen und einen offenen Dialog zu führen. Auch die Politik darf die mehr als deutlich gewordene Ablehnung des Kammerzwanges durch die Wirtschaft aus Sicht des bffk nicht weiter ignorieren.

Quelle: bffk

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