Montag, Dezember 11, 2017
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Energiewende als Chance

Foto: Marc Opre

WEGE AUS DER ABHÄNGIGKEIT UND ABZOCKE DURCH NETZBETREIBER, EVU UND STAAT

Viele Selbstständige, Unternehmer und Handwerker schimpfen über die hohen Strompreise in Deutschland. Ich erinnere daran das es Frau Merkel war, die uns nach dem beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie versprochen hatte, dass die EEG-Abgabe 3,5 Cent/KWh nicht übersteigt.

Die von ihre eingesetzten Minister wie Rösler, Röttgen, Altmaier, Gabriel haben diese Aussage wohl etwas aus den Augen verloren oder die Kanzlerin hat die Fähigkeit dieser Leute die Energiewende zu managen gewaltig überschätzt.

Nachdem die einfachen Wähler Kritik am Strompreis geübt haben, durfte Peter Altmaier 2012 lauthals eine Strompreisbremse verkünden, die nie ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Aber es gibt durchaus Möglichkeiten der noch immer ungebremsten Strompreiserhöhung einen Riegel vorzuschieben: Den Eigenverbrauch des Stromes aus privater Erzeugung (PV-Module, Windenergie, Bio-Masse, Erdwärme) erhöhen, die Lastspitzen des Verbrauchs kappen und Energiespeicher in die Systeme einbauen.

ES HAT SICH VIEL GETAN | Gerade in den letzten Jahren sind Batteriespeicher in der Leistung enorm gesteigert worden während die Preise sanken. Auch gibt es jetzt eine Vielzahl von Anbietern mit unterschiedlichen Konzepten. So bietet die Firma ENVIA komplette PV-Anlagen mit Batteriespeicher als Leasingmodell an.

Wer dagegen bereits eine PV-Anlage betreibt, sollte überprüfen, ob sich der Verkauf von Strom aus der eigenen PV-Anlage an die örtlichen EVU noch lohnt. Hier kann die Nachrüstung mit einem Energiespeicher die Kosten zukünftig bedeutend senken. Wenn sie z.B. unter 10 Cent pro KWh für ihren eingespeisten Strom bekommen, könnte sich die Nachrüstung mit einem leistungsfähigen Energiespeicher durchaus auszahlen. Je nach Lage und Bedarf kann dabei vollständig auf Lieferungen der EVU verzichtet werden.
AUTARK & SAUBER | Eine besondere Stellung nimmt hier die Firma Exytron aus Rostock ein. Sie hat ein revolutionäres Konzept zur Nutzung und Speicherung von erneuerbaren Energien entwickelt: Die EXYTRON „SmartEnergy Technology“. Mit diesem innovativen und weltweit patentierten System ermöglichen EXYTRON erstmals eine wirtschaftliche, dezentrale und autarke Energieversorgung ohne jegliche Emission von Schadstoffen wie CO2 oder Stickoxiden.

So ist das für Firmen, Landwirtschaft und Wohnanlagen mit dezentraler Energie- und Wärmeversorgung zwar hoch interessant, für die Bundesregierung leider nicht,so dass sie sämtliche Förderanträge der EXYTRON GmbH abschlägig beschieden hat! EXYTRON‘s „SmartEnergy Technology“ hat eine eigene Preisstruktur: Die Kilowattstunde Energie, ob Strom oder Wärme, kostet bei dem EXYTRON-System weniger als 17 Cent. Das ist konkurrenzlos günstig, was den Strompreis angeht. Im Raum Alzey kann eine Wohnanlage mit 37 Häusern besichtigt werden, die diese Häuser mittels der „SmartEnergy Technology“ mit Energie und Wärme versorgt.

MODERNE AKKUSPEICHER | Ein sehr wichtiges Thema sind nach wie vor leistungsfähige Akkuspeicher, um selbst erzeugten Strom effektiv zu speichern. Leistungsfähige Energiespeicher gibt es u.a. von den folgenden Firmen:

Jeder dieser Firmen berät sie gern kostenlos zum Einbau von Energiespeichern in ihr bestehendes PV System, ob Einfamilienhaus oder Firmengebäude. Je nach Größe, technischer Ausstattung und Lage der Stromerzeugung aus Sonne und/oder Wind kann die Abhängigkeit von EVU beträchtlich reduziert werden – bis hin zu einer autarken Stromversorgung ohne EVU – was natürlich nicht den Interessen der EVU entspricht.

OFFENE DISKUSSIONEN | Seit 2011 setzt sich die DENA (Deutsche Energie Agentur) für eine technologieoffene Diskussion bei der Umwandlung von erneuerbaren Strom zu Wasserstoff ein, während die Bundesregierung und Stromkonzerne gigantische Stromautobahnen bauen lassen. Aber auch für die Offshore-Windparks in Nord- und Ostseeweht weht der Wind nicht immer. So musste während einer Flaute von 8 Stunden die installierte Leistung von 4.769 Megawatt der Offshore-Anlagen komplett ersetzt werden. Das entspricht der Leistung von 4 AKW. Da weitere Windparks in Nord- und Ostsee im Bau sind, kann eine Flaute immer wieder zum Problem werden.

Laut MAN Chef Joachim Drees könnte „Power to Gas“ neue Stromtrassen überflüssig machen. Bei dezentralen Energienetzaufbau könnten man auf das Abschalten von Windrädern bei zu viel Wind und Sonne verzichten und diese Energie in „ Power to Gas“ Anlagen leiten und in Wasserstoff umwandeln. Der Wasserstoff wird mit CO2 in Methan umgewandelt. Dieses Gas kann in entsprechenden Gaskraftwerken bei Windstille und wenig Sonne zur Stromerzeugung genutzt werden. Der Transport wäre problemlos über das vorhandene Gasleitungsnetz möglich.

DIE MACHT DER KONZERNE | Damit würde im dezentralen Bereich den Stadtwerken eine Schlüsselrolle zufallen und die Bedeutung der großen Konzerne RWE, EON, EnBW und Vattenfall stark verringert werden. Gleichzeitig könnte ein Beitrag zu den Klimazielen der BRD geleistet werden.

Dies sind natürliche katastrophale Aussichten für die Profite der großen EVU und deren Shareholder. Nicht zuletzt deswegen wird die Entwicklung dieser Technologien durch die Bundesregierung nicht mit der notwendigen Priorität gefördert.

Die Energiekonzerne kennen diese Perspektiven nur zu genau und versuchen durch ihre konzentrierte Lobbyarbeit diese Profite zu retten.

FAZIT | Gerade Handwerker können viel dazu beitragen mit Beratungen für Häuslebauer, von Selbstständigen und Firmen einen effizienten Einsatz von erneuerbaren Energien voranzutreiben. Im Ergebnis würden die Energiekosten sinken und Klimaschutzziele erfüllt werden. Die politischen Parteien sind dazu offensichtlich nicht willens und in der Lage!

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