Montag, Dezember 11, 2017
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Endlich weg vom Billiglohn-Image?

Das deutsche Friseurhandwerk will endlich weg vom Billiglohn-Image. Deshalb haben sich der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks und die Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Mindestlohn geeinigt.

Das von Politik, Medien und Wirtschafts- und Sozialverbänden immer wieder als Musterbeispiel herangezogene Friseurhandwerk, symbolisch für Niedriglohn und Aufstockung  stehend, geht nun in die Offensive und will nun das negative Image durch einen, ab August 2013 geltenden, Mindestlohn von abstreifen.

Verdi und die Landesverbände des Friseurhandwerks einigten sich auf einen Tarifvertrag, wobei der Stundenlohn, beginnend ab 1. August 2013 mit 6,50 € pro Stunde im Osten (7,50 € im Westen) stufenweise bis 2015 auf einheitlich 8,50 € pro Stunde angepasst wird.

Für den vorerst für bundesweit rund 92.000 Friseurinnen und Friseure geltenden Tarifvertrag soll Anfang September, so die Gewerkschaft Verdi, zusammen mit dem Zentralverband des Friseurhandwerks beim BMAS Allgemeinverbindlichkeit beantragt werden.

Sollte die Allgemeinverbindlichkeit von der Bundesregierung erklärt werden, so gilt dieser Tarifvertrag für alle Friseurbetriebe, egal ob Innungsmitglied oder nicht. Dies hängt jedoch auch davon ab, ob die an diesen Tarif gebundenen Arbeitgeber mehr als 50 Prozent der Arbeitnehmer vertreten. Da man von insgesamt 160.000 bis 180.000 angestellten Friseurinnen und Friseuren in ganz Deutschland ausgeht, stehen die Chancen aber nicht schlecht.

Der daraus enstehende Imagegewinn macht den Beruf auch für den Nachwuchs attraktiver und sichert so, auch in Zukunft, die Personalstabilität.

Mit der Gleichstellung des Lohns in Ost und West ab 2015 geht die Branche auch in Sachen Zusammenwachsen von Ost und West beispielhaft voran.

Stufenweise Anpassung bis 2015 nach dem neuen Tarifvertrag

01.08.2013     6,50 € (Ost) – 7,50 € (West)

01.08.2014     7,50 € (Ost) – 8,00 € (West)

01.08.2015     8,50 € (Ost) – 8,50 € (West)

Über den Autor

Jahrgang 1973 - gebürtiger Leipziger - Chefredakteur des Handwerkskurier

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