Freitag, September 22, 2017
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Eine saubere Sache: Ausbildung im Gebäudereiniger-Handwerk

Foto: Picture-Factory

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Mit mehr als einer halben Million Beschäftigten gehört das Gebäudereiniger-Handwerk nicht nur zu den beschäftigungsreichsten Gewerken der Bundesrepublik, sondern bietet, dank einer steigenden Nachfrage, auch eine sichere Zukunft für ausgebildete Arbeitnehmer.

Dabei ist das erst 1934 offiziell anerkannte Gebäudereiniger-Handwerk eines der jüngsten, gehört aber auch zu den innovativsten Handwerksbranchen überhaupt.

Als verlässlicher Dienstleister am Kunden hat sich das Gebäudereiniger-Handwerk seitdem jedoch stetig an den Bedürfnissen des Kunden, an den technischen Entwicklungen und deren Herausforderungen in Qualität und Service weiterentwickelt.

Mehr als nur „putzen“

Heute ist das Gebäudereiniger-Handwerk längst nicht mehr nur „putzen“. Viele Unternehmen der Branche bieten ein weites Spektrum an Serviceleistungen, wie z.B. Hausmeisterdienste, Bewirtschaftung von Gebäuden und Grünflächen, Hol- und Bringservices, Winterdienste bis hin zu Catering-Services und Wachdienstleistungen. Dies erfordert neben den fachlichen Kenntnissen zunehmend mehr organisatorische Fähigkeiten.

Entsprechend sind auch die Anforderungen an die Mitarbeiter gewachsen. Gleichzeitig bieten sich dafür aber auch breit aufgestellte Betätigungsfelder sowie auch interessante Karrieremöglichkeiten. Kernpunkt bleibt aber in erster Linie die Reinigung und Pflege (und damit deren Werterhalt) von privaten und geschäftlich genutzten Gebäuden sowie öffentlicher Einrichtungen.

Gründe genug, sich einmal die Möglichkeiten einer Ausbildung im Gebäudereiniger-Handwerk näher anzusehen.

Voraussetzungen

Um die Ausbildung beginnen zu können, wird mindestens ein guter Hauptschulabschluss erwartet. Natürlich ist der Zugang auch mit Realschulabschluss oder Abitur möglich.

Persönlich sollte der potentielle Bewerber gute Kenntnisse in Mathematik, Chemie und Physik mitbringen. Eine körperlich gute Verfassung ist ebenso erwünscht, wie Teamfähigkeit und anständige Umgangsformen, vor allem gegenüber dem Kunden. Ein grundlegendes Interesse im Umgang mit modernen Maschinen wird ebenso vorausgesetzt.

Die Ausbildung

Die Ausbildung zum/zur Gebäudereiniger/in dauert in der Regel drei Jahre. Dafür erwirbt man einen Abschluss in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf.

Während der Ausbildung erwirbt der/die Auszubildende Fachkenntnisse über Beschaffenheit und Art von Gebäuden, Objekten und Oberflächen aller Art. Insbesondere die chemischen und physikalischen Eigenschaften von Materialien sind unabdingbare Fachkenntnisse, welche neben dem Umgang und der Bedienung moderner Maschinen, Einsatz von Reinigungstechnologien und umweltgerechter Reinigungsverfahren vermittelt werden.

Darüberhinaus wird unter anderem gelehrt, wie man mit verschiedenen Verschmutzungen umgeht, welche Sicherungsmaßnahmen bei der Arbeit gelten, wie der Umgang mit Gefahrenstoffen erfolgt, wie die Betriebssicherheit gewährleistet wird, welche Besonderheiten in z.B. Gesundheitseinrichtungen gelten, wie die Industriereinigung funktioniert, welche Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung zu ergreifen sind und was es zum Thema Hygiene im Besonderen zu wissen gilt.

Die Ausbildung endet mit einer Gesellenprüfung, bestehend aus einem theoretischen und praktischen Teil.

Perspektiven

Die Zukunftsaussichten sind überdurchschnittlich gut. Eine hohe Beschäftigungsquote einerseits und verschiedene Fortbildungsmöglichkeiten andererseits, machen den Beruf des Gebäudereiniger-Handwerks attraktiv und bieten dadurch eine relativ hohe Sicherheit in puncto Arbeitsplatz.

Fort- und Weiterbildung

Die bekannteste Fortbildung im Handwerk ist, so auch hier, die Qualifizierung zum Meister. Darüberhinaus gibt es Weiterbildungsmöglichkeiten in u.a. folgende Richtungen:

  • LEH Bachelor (Studienrichtung Lebensmittel, Ernährung)
  • LEH Bachelor (Studienrichtung Hygiene)
  • Facility Management Bachelor
  • Master Facilitiy Design und Management
  • General Service Manager (FHM)

Daneben stehen auch direkte Fortbildungsmöglichkeiten für Gesellinnen und Gesellen in z.B. folgende Richtungen zur Verfügung:

  • Desinfektor
  • Schädlingsbekämpfung
  • Objektleiter

Zum Thema Fort- und Weiterbildung stehen dem Gesellen / der Gesellin die Kammern, Innungen und Innungsverbände jederzeit beratend und unterstützend zur Seite.

Die Ausbildungsvergütung

Derzeit liegt die Ausbildungsvergütung in den neuen Bundesländern zwischen 500,- Euro im ersten Lehrjahr bis hin zu 715,- Euro im dritten Lehrjahr.*
(Stand 01.01.2013)

Damit liegt die Ausbildungsvergütung im oberen Drittel aller Ausbildungsberufe im Handwerk.*

Fazit

Für alle Schulabgänger, aber auch Quereinsteiger, bietet das Gebäudereinigerhandwerk eine interessante und sichere berufliche Zukunft. Nicht zuletzt die zahlreichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten und die relativ hohe Arbeitsplatzsicherheit sind, neben einem vielseitigen Tätigkeitsfeld, tragende Argumente.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den im unten stehenden Kasten genannten Verbänden.

Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks
Dottendorfer Str. 86
53129 Bonn

Telefon: 0228 – 91 77 5 -0
Fax: 0228 – 91 77 5 -11

E-Mail: biv@gebaeudereiniger.de
Internet: www.gebaeudereiniger.de

Informationen zur Ausbildung:
http://www.wischen-ist-macht.de

Innung des Gebäudereiniger-Handwerks Leipzig
Bitterfelder Straße 7/9
04129 Leipzig

Telefon: 0341 90486-0
Fax: 0341 90486-20

*Quelle Höhe der Ausbildungsvergütung: www.wischen-ist-macht.de Verein für Reinigungstechnik e. V.

Über den Autor

Jahrgang 1973 - gebürtiger Leipziger - Chefredakteur des Handwerkskurier

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