Samstag, November 25, 2017
Der Leipziger Handwerkskurier – Unabhängig für das Handwerk in Leipzig

Der Trump-Schock / Jahresrückblick 2016

Donald Trump | (c) Michael Scott Vadon (lLizenz CC BY-SA 4.0)

Unser nicht ganz vollständiger Jahresrückblick

Mit dem Jahr 2016 geht in wenigen Tagen ein nicht gerade unspannendes Jahr seinem Ende entgegen. Grund genug für uns, einen kleinen, nicht ganz vollständigen Rückblick zu wagen.

War 2016 ein gutes Jahr? War 2016 ein schlechtes Jahr? Sowohl als auch. Eines war es jedenfalls nicht: Langweilig.

Das Handwerk blüht | Für das Deutsche Handwerk allgemein und das Sächsische im Besonderen war das Jahr 2016 von Stabilität und wirtschaftlicher Stärke geprägt. Die Zahl der Betriebe ist zwar leicht rückläufig, was jedoch, laut sächsischem Handwerkstag, strukturelle Ursachen wie u.a. fehlende Gründungsdynamik hat.

Im Bereich Nachwuchs sieht es dagegen etwas weniger euphorisch aus. Wie wir in Ausgabe 4 / 2016 berichteten, haben insbesondere Kleinstbetriebe nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzen können. Gerade kleinere Handwerksbetriebe sollten zukünftig rechtzeitig aktiv werden, um ihre Ausbildungsplätze mit geeigneten Jugendlichen zu besetzen.

Neue Stellen waren auch in diversen politischen Ämtern zu besetzen. So war das Jahr 2016 ein (die Superlative mal ausreizend gesagt) Hyperwahljahr:

Wahlparty 2016 | „Wenn Wahlen etwas änderten, wären sie längst verboten.“ sagte einst Kurt Tucholsky. Für die, die das nicht glauben wollen, werden in regelmäßigen Abständen Wahlen abgehalten. Und da hatten wir in diesem Jahr mehrere ganz putzig bis skurile Veranstaltungen.

Die Wahl zum Bundespräsidenten in Österreich musste wegen „Unregelmäßigkeiten“ wiederholt werden. Das lässt schon mal tief Blicken! Von der medialen Manipulation mal ganz abgesehen, denn die fand auch bei der Nachwahl unverändert und scheinbar erfolgreich statt. Ein Schelm der böses dabei denkt.

In Deutschland hingegen lies die AfD mit beachtlichen, fast rekordverdächtigen Wahlergebnissen bei Landtatgswahlen aufhorchen. Das Establishment bangt seitdem um die Plätze an den Trögen der Macht und diskreditiert jeden der nicht blind und schweigsam das etablierte Parteiengemisch beglückt oder gar anderer Meinung ist mit diversen Nazikeulen, Ausgrenzungen und Bezeichnungen wie Verschwörungstheoretiker. Wahlergebnisse als Entscheidung des Volkes hinzunehmen, egal ob man nun persönlich dafür oder dagegen ist, die Zeiten sind scheinbar lange vorbei. Wo uns die Blockparteien und Massenmedien die Vielfalt des Multikulti predigen, da lehnen sie Vielfalt und Alternativen in der Politik ätzend ab. Schliesslich bedeutet ja Demokratie dass der Wähler zu wählen hat was die Politik bestimmt, oder? Auch das lässt tief blicken. Im Übrigen: Was die AfD jetzt erlebt, hatte die Linkspartei vor Jahren in ähnlicher Form gespürt. Mancher wird sich noch erinnern. Es ist also egal, ob etwas als Links oder Rechts abgetan wird: Das Polit-Establishment duldet keine Konkurrenz an den von uns Steuerzahlern gefüllten Trögen!

Aber was wären wir ohne die USA, die auch bei den Wahlen den Vogel abschiessen? Das die US-Wahlkämpfe keine philosophischen Höhepunkte sind war bereits bekannt. Das man immer noch tiefer sinken kann… wir haben es erlebt.

Um so spannender war die Reaktion des Gift und Galle spuckenden Medien- und Politikestablishments auf das Wahlergebnis. Völlig überrascht davon, dass es nicht die medial forcierte Kandidatin wurde, eierte man rum und schob die „Schuld“ auf u.a. so genannte „Fake-News“ im Internet. Den Vogel im Fehlverhalten aber schoß Steinmeier (SPD) als amtierender Außenminister ab, indem er nach seiner Beleidigung (Trump sei ein Hassprediger) nicht mal der diplomatischen Gepflogenheit zur Wahl zu gratulieren nach kam. Hier wird die ganze Schäbigkeit des komplett in einer Blase lebenden Politikzirkels ohne jeden Respekt Anderen gegenüber offenbar.

Statt aber nun, wie sonst üblich, den Wahlkampf hinter sich zu lassen und zum politischen Alltag zurück zu kehren, wird gehetzt, gespalten, gelogen … womit wir zum nächsten Thema aus dem Jahre 2016 kommen:

Divide et impera | So lautete eine Headline in einem Artikel aus unserer Frühjahrsausgabe 2016. Das Prinzip Teile und Herrsche scheint selten so deutlich sichtbar geworden zu sein als in diesem Jahr. Ob bei der Flüchtlingsfrage, ob zur US-Wahl, ob zur Europapolitik – überall Spaltung. Und die Mainstreammedien und die Politk, statt verbindend einzutreten, fördern die Spaltung und Ausgrenzung von nicht Systemkonformen Menschen und Organisationen. Der deutsche Justizminister, Heiko Maas (SPD), betreibt sogar aktiv Meinungsterror und fördert Denunziation und Verfolgung Andersdenkender u.a. mit der Hilfe einer Organisation die von einer ehemaligen Stasi-Person geleitet wird. Für den Fachbereich „Hate-Speech“ ist eine Person zuständig die selbst mit Hasskommentaren, Deutschenhass sowie Verherrlichung von Kriegsverbrechen in sozialen Medien glänzt. Dazu wächst das „Die gegen uns, wir gegen die“ weiter an.

Und so brachen dieses Jahr ganze Nationen auseinander während die grossteils unkontrollierte Masseneinwanderung die Stabilität der Gesellschaften zusätzlich schwächt. Diskurs? Fehlanzeige! Hass, Gewalt und unüberbrückbare Spaltung bis in die Familien hinein sind das Ergebnis. Wann wachen wir auf? Wir müssen reden! Miteinander, nicht übereinander.

Das das Leben ist zu kurz ist um zu hassen, zu streiten, gegeneinander zu kämpfen machten uns Menschen die uns verlassen haben bewusst:

Abschied nehmen hieß es in 2016 u.a. von Achim Mentzel, David Bowie, Roger Willemsen, Umberto Eco, Peter Lustig, Guido Westerwelle, Hans-Dietrich Genscher, Götz George, Bud Spencer, Manfred Krug, Leonard Cohen, Fidel Castro und viele Anderen.

Weniger traurig sieht es dagegen aus sportlicher Sicht aus:
Bundesliga made in Leipzig | Im klaren Bewusstsein, dass es Menschen gibt, die mich gerne filetieren würden weil ich mich positiv über den Erfolg unseres RB Leipzig äußere (Zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses führt RB Leipzig die Tabelle mit drei Zählern Vorsprung an).

Wer hätte das gedacht? Mit dem Aufstieg von RB-Leipzig findet endlich wieder großer Fußball in Leipzig, der Stadt in der der Deutsche Fußball-Bund im Jahre 1900 gegründet wurde, statt.

Aufhören wenn es am schönsten ist | Das dachte sich sicher auch der frisch gebackene dritte Deutsche Formel 1 Weltmeister, Nico Rosberg, als er nach seinem Titelgewinn seinen Rücktritt bekannt gab.

Und was bringt uns 2017? | Mit Sicherheit 365 spannende Tage. Mit dem Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar und der Bundestagswahl im Herbst stehen bereits zwei Ereignisse mit Folgen an. Ich bin schon gespannt.

In diesem Sinne, auf ein schönes neues Jahr!

Über den Autor

Jahrgang 1973 - gebürtiger Leipziger - Chefredakteur des Handwerkskurier

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